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Swiss Made Software mit weiteren Meilensteinen 2016

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28. Februar 2017 – 
Neue Regeln, ein erneuter Mitgliederzuwachs, ein neues Buch, Onlinebefragungen und Workshops: Swiss Made Software blickt auf ein umtriebiges Jahr 2016 zurück.

Swiss Made Software, Partner von “Swiss IT Magazine”, schaut erneut auf ein umtriebiges Jahr zurück. Wie das Label in einer Pressemitteilung schreibt, tragen inzwischen über 400 Unternehmen das Prädikat “Swiss Made”. Das Label hat inzwischen 255 Mitglieder, 2015 waren es noch 245. Zudem werden mittlerweile mehr als 470 Produkte und Dienstleistungen auf der Homepage von Swiss Made Software angeboten.

Trotz der Regeländerungen bezüglich des Swiss-Made-Logos, für dessen Nutzung seit dem ersten Januar 2016 für alle Unternehmen eine Gebühr anfällt, haben über 140 Firmen von dem neuen Angebot Gebrauch gemacht und damit die Erwartungen des Verbandes weit übertroffen. Darüber hinaus wurde auch im vergangenen Jahr die Swiss-Made-Buchserie fortgesetzt. Mit der bereits fünften Publikation habe man die enorme Dynamik im Fintech-Segment erfassen können und es geschafft, den Nerv der Zeit zu treffen, heisst es vonseiten des Labels. Das Buch wurde national und international verteilt. Unter anderem erhielten alle Mitglieder des Schweizer Parlaments ein Exemplar.

Zudem hat man bei den Mitgliedern von Swiss Made Software im vergangenen Jahr eine Onlinebefragung sowie einige Workshops mit ihnen durchgeführt. Die Ergebnisse sind noch in Arbeit werden aber die strategische Ausrichtung des Labels massgeblich mitbeeinflussen, heisst es in der Mitteilung. Detaillierte Informationen dazu sollen bald folgen.

Im Ausblick für das Jahr 2017 gab Swiss Made Software zudem bekannt, dass man gemeinsam mit Switzerland Global Enterprise bereits zum dritten Mal ein Exportevent durchführen wird.
(asp)

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Schweizer Konsortium entwickelt eine Blockchain für den OTC Handel

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Lösungen basierend auf Blockchain versprechen Compliance-Kosten im Finanzbereich massiv zu reduzieren. Dem „OTC Swiss Blockchain“-Konsortium sind dabei bereits technische Durchbrüche gelungen, damit sich die praktische Anwendung der Blockchain-Technologie durchsetzen kann.

Einsatz von Blockchain-Technologie

Perspektiven und Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain-Technologie für Banken
© Shutterstock

Der Ruf der Finanzbranche war schon besser. Vorbei sind die Zeiten, als junge Menschen sich zum Banker berufen fühlten. Vom Rückgrat der Wirtschaft ist sie zur Achillesferse mutiert – schlimmer noch, sie wurde unter strenge Aufsicht gestellt, so wie ein Zögling, der sich nicht zu benehmen weiss. Banken kämpfen an der Zinsfront, gegen flinke FinTechs und mit der Komplexität zunehmender Regulierungsdichte. In der Schweiz wurde der erste Schritt gemacht, um das Leben der Finanzbranche etwas zu erleichtern. Das Konsortium „OTC Swiss Blockchain“ bestehend aus Banken und Dienstleistern, konnte einen technischen Durchbruch bei der Teilautomatisierung der Compliance melden und hat damit das Bankengeheimnis zumindest teilweise auf die Blockchain verlagert.

Eine Arbeitsgruppe des WEF (World Economic Forum) untersuchte den Einfluss der Blockchain auf die Finanzindustrie. Ein Bereich der Studie widmete sich der automatisierten Regelkonformität («automated Compliance»). Wenig überraschend fand man, dass die Aktivitäten rund um Regulatoren und Auditing einen beachtlichen Kostenblock für die Finanzindustrie darstellen, und eine Automatisierung viel Potential verspricht: 2014 gaben die grössten US Finanzinstitute 4 Milliarden USD für regulatorische Aktivitäten, und über 7 Milliarden USD für Audit Gebühren aus. Eine Lösung auf Basis Blockchain bzw. „Distributed Shared Ledger“ verspricht diese Kosten massiv zu reduzieren.

IST-Situation im Compliance

Eine Übersicht der bestehenden Situation der Compliance Aktivitäten

Automatisierte Compliance als Standortvorteil in der Schweiz

Die Schweiz ist stark abhängig vom Bankensektor und stand in der Vergangenheit gerade wegen ihres Bankgeheimnisses und ihres Geschäftsgebarens unter internationalem Druck. Frankenstärke und hohes Einkommens- und Preisniveau lassen kaum Luft für eine Abwälzung von zusätzlichen regulatorischen Kosten auf den Kunden. Eine Automatisierung der Compliance würde einen nachhaltigen Standortvorteil bedeuten, und kann von zentraler Bedeutung für die Volkswirtschaft werden. Eine Blockchain wäre das neue technologische Rückgrat der Compliance – doch wie sieht sie aus, die «Schöne neue Welt»?

Blockchain und Bank-Compliance

Blockchain als technologisches Rückgrat der Compliance

Ein für den Regulator öffentlich zugängliches Journal würde die Problemstellung der Regelkonformität massiv verändern. Ein Audit müsste nicht mehr retrograd durchgeführt werden, sondern erfolgt in Echtzeit. Daten werden nicht aufbereitet und übermittelt, sondern auf sichere und unveränderbare Weise bereitgestellt.

Was braucht es, um dieses Szenario umzusetzen?

Die Blockchain eignet sich für ein gemeinsames Journal, weil sie gut skaliert, Daten fälschungssicher speichert, und weitere Anwendungsmöglichkeiten bietet. Darüber hinaus stellt eine automatisierte Compliance noch folgende Anforderungen:

  • Die Lösung muss die Sicherheit gewährleisten – die jeweiligen Parteien sollen nur die Daten sehen, die sie sehen dürfen, und mit der Blockchain keinerlei Rückschlüsse auf Aktivitäten der Konkurrenz machen können.
  • Regulatoren müssen sich auf die neue Technologie einstellen, und einen Standard oder eine gemeinsam genutzte Blockchain vorantreiben. Ein einzelner Marktteilnehmer soll nicht das Risiko und Kosten einer Infrastruktur alleine tragen.
  • Neben den Banken sind auch Auditoren ein wichtiger Datenlieferant der Blockchain. Auch diese sollen in den Prozess eingebunden werden, um das volle Potential zu heben.

Die „OTC Swiss Blockchain“

Dem obigen Beispiel folgend, wurde in der Schweiz das Fundament für eine automatisierte Compliance gelegt – nicht nur in Worten, sondern in ausführbarem Code. Ein Konsortium bestehend aus Banken, der SIX Group, ti&m und anderen Dienstleistern entwickelte ein dezentrales System, dass die Compliance Anforderungen des Handels von nichtkotierten Wertpapieren erfüllt („Over-the-Counter“ bzw. OTC Handel).  Zentraler Treiber des Projektes waren neue regulatorische Auflagen, welche die Marktteilnehmer zum Handeln zwingen. Die „OTC Swiss Blockchain“ trat an, dieses Problem zu lösen.

Nicht kotierte Schweizer Wertpapiere werden heute bilateral zwischen Finanzinstituten gehandelt. Die Abwicklung solcher Handelsgeschäfte ist häufig aufwändig, risikobehaftet und langsam. Der Abgleich des ausserbörslichen Handelsgeschäfts wurde mit dem Projekt vereinfacht und entspricht den regulatorischen Anforderungen. Als nächster Schritt soll die Lieferung und Zahlung des Wertpapiers weniger Zeit beanspruchen und im Optimalfall „real-time“ erfolgen.

Diese Eigenschaften der Software sind «typisch Blockchain»:

  • Es gibt kein zentrales System (keinen Server), also auch keine zentrale Gegenstelle, Börse oder Markplatz. Trotzdem geht die Kontrolle nicht verloren – es können Auflagen erfüllt und notwendige Prozesse eingehalten werden.
  • An die Stelle des zentralen Systems tritt die Blockchain bzw. deren Smart Contracts, welche die Geschäftslogik des OTC Handels abbilden. Die Smart Contracts sind programmierter Code, der bei allen Teilnehmern des Handels zur gleichen Zeit ausgeführt wird. Eine Transaktion ist somit ein Aufruf eines Programmes (z.B. «A verkauft 5 Aktien an B»). Die Blockchain verhält sich dabei wie ein einziger verteilter Computer, der das gemeinsame Journal verwaltet.
  • Es sind keine Kommunikationsprotokolle wie z.B. SWIFT notwendig, da relevante Daten zu jeder Zeit aktuell zugreifbar sind. Die Blockchain mit deren Smart Contracts ist ein gemeinsam genutztes Kernsystem, das den Datenaustausch hinfällig macht. Dies spart enorme Kosten.
  • Die Logik der Smart Contracts erfüllt die Anforderungen der Regulatoren. Neue Regeln können mittels Anpassung der Smart Contracts umgesetzt werden. Es sind keine Benachrichtigungen oder Anpassungen an zahlreichen Kernsystemen von Banken notwendig. Die Smart Contracts der Blockchain sind daher auch Normierungs- und Regulierungswerkzeug für die Überwachungsstellen. Dies spart Kosten bei Banken bzw. Brokern, weil viele regulatorische Anpassungen auf der Blockchain mit einer Änderung durchgesetzt werden können, und sofort für alle gültig sind.

Kritische Betrachtung der „OTC Swiss Blockchain“

Diese Eigenschaften machen die OTC Blockchain hochgradig disruptiv, das heisst es ist unklar, wie weit die neuen Prozesse den Regeln entsprechen. Um Klarheit zu schaffen, benötigt es Diskussionen mit den Aufsichtsbehörden. Für den recht beschränkten Fall OTC Handel sind Behörden grundsätzlich in Gesprächen positiv gestimmt, es bleibt aber ohne öffentliche Entscheidung eine Unsicherheit bestehen. Die weiteren Gespräche werden zeigen, wie stark die Behörden den technischen Möglichkeiten folgen werden, und in ihren Publikationen Blockchain-Lösungen als «gültig» klassifizieren.

Vorreiter sind  e-Estiona oder Georgien, die bereits Prozesse auf der Blockchain abgebildet haben. Ein Vorteil diese Länder ist deren überschaubare Grösse – etwas, dass auch für den Schweizer OTC Markt zutrifft.  Wir hoffen, nach dem technischen auch bald über den regulatorischen Durchbruch in der Schweiz berichten zu dürfen.

Partner des Bank Blog - ti&m

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